Manchmal passiert genau das, was bei Amazon eigentlich nicht passieren sollte: Man findet ein Produkt, legt es gedanklich für später zurück und steht ein paar Tage danach vor der Frage, wo es eigentlich geblieben ist. Mir ist das besonders bei Dingen passiert, die ich nicht sofort kaufen wollte – ein bestimmtes Kabel, ein Werkzeug, ein Buch oder Zubehör für den Computer. Auf der Produktseite war der Artikel schnell gespeichert, aber beim späteren Suchen nach der Merkliste war plötzlich weniger klar, wo Amazon sie versteckt.
Das liegt nicht unbedingt an Ihnen. Amazon hat seine Oberfläche mehrfach verändert, und je nachdem, ob Sie die Amazon-App auf dem Smartphone oder die Website im Browser verwenden, sieht der Weg etwas anders aus. Außerdem werden verschiedene Funktionen gerne miteinander verwechselt: Wunschlisten, gespeicherte Artikel und der Warenkorb sind nicht dasselbe. Wer nur schnell einen Artikel für später aufheben möchte, braucht deshalb nicht zwingend eine klassische Wunschliste.
Wo befindet sich die Merkliste bei Amazon?
Wenn Sie mit „Merkliste“ die Funktion meinen, mit der Sie einen Artikel speichern und später wiederfinden möchten, sollten Sie zunächst zwischen zwei Amazon-Bereichen unterscheiden. Amazon bietet je nach Konto und Oberfläche Funktionen wie „Auf Liste setzen“, Wunschlisten und gespeicherte beziehungsweise für später vorgemerkte Artikel an. Die genaue Bezeichnung kann sich dabei je nach App-Version, Gerät und Spracheinstellung unterscheiden.
Auf der Amazon-Website ist der schnellste Einstieg meistens Ihr Konto beziehungsweise der Bereich mit Ihren Listen. Dort können Sie vorhandene Listen öffnen und gespeicherte Produkte verwalten. Haben Sie einen Artikel ausdrücklich über „Auf Liste setzen“ gespeichert, landet er in der entsprechenden Liste und nicht automatisch in einem separaten Bereich namens „Merkliste“.
Genau hier entsteht häufig die Verwirrung: Der Begriff „Merkliste“ wird im Alltag für mehrere Amazon-Funktionen verwendet. Wenn Sie einen Artikel lediglich später kaufen möchten, kann eine Wunschliste die praktischere Lösung sein. Wenn Sie dagegen einen Artikel bereits in den Warenkorb gelegt und anschließend verschoben haben, müssen Sie an einer anderen Stelle suchen.
So finden Sie Ihre gespeicherten Artikel in der Amazon-App
Am Smartphone würde ich nicht lange durch die Produktkategorien navigieren. Öffnen Sie zunächst die Amazon-App und wechseln Sie in den Bereich Ihres Kontos beziehungsweise in das Menü. Dort finden Sie den Zugang zu Ihren Listen. Je nach aktueller App-Oberfläche kann die Schaltfläche anders angeordnet sein; Amazon testet und verändert die Navigation relativ häufig.
Wenn Sie eine persönliche Liste angelegt haben, sollte sie dort mit ihrem Namen erscheinen. Eine Liste kann beispielsweise „Für später“, „Computer“ oder „Haus“ heißen. Haben Sie nie selbst eine Liste erstellt, suchen Sie nicht unbedingt nach einer Liste mit dem Namen „Merkliste“. Amazon verwendet diese Bezeichnung nicht in jeder Oberfläche als festen Menüpunkt.
Ein kleiner praktischer Tipp: Wenn Sie sich noch an das Produkt erinnern, öffnen Sie dessen Produktseite erneut. Dort lässt sich häufig erkennen, ob der Artikel bereits einer Liste hinzugefügt wurde. Das ist manchmal schneller, als sich durch mehrere Ebenen des Kontomenüs zu arbeiten – vor allem dann, wenn Sie viele Listen angelegt haben.
Amazon-Merkliste im Browser aufrufen
Am Computer ist die Suche meistens etwas angenehmer, weil mehr Informationen gleichzeitig sichtbar sind. Melden Sie sich bei Amazon mit demselben Konto an, mit dem Sie den Artikel gespeichert haben. Anschließend öffnen Sie den Bereich für Ihre Listen. Dort sehen Sie die Listen, die mit Ihrem Konto verbunden sind.
Falls Sie mehrere Listen verwenden, lohnt sich ein kurzer Blick auf die Namen. Amazon macht keinen Unterschied zwischen einer Liste für Geburtstagswünsche und einer Liste, in der Sie technische Produkte für einen späteren Kauf sammeln. Beides sind Listen, und genau deshalb kann ein Artikel manchmal an einem anderen Ort liegen als erwartet.
Besonders leicht übersieht man außerdem, dass man beim Speichern eines Artikels möglicherweise eine konkrete Liste ausgewählt hat. Wer beispielsweise auf einer Produktseite auf „Auf Liste setzen“ klickt, sollte darauf achten, welche Liste anschließend ausgewählt ist. Wird einfach die vorgeschlagene Standardliste übernommen, sucht man später unter Umständen an der falschen Stelle.
Was tun, wenn der gespeicherte Artikel plötzlich nicht mehr da ist?
Hier würde ich zuerst nicht von einem Fehler ausgehen. Häufig liegt es daran, dass der Artikel nicht in einer Liste gespeichert wurde. Vielleicht wurde er nur in den Warenkorb gelegt oder auf eine andere Art für einen späteren Kauf zurückgelegt.
Auch Änderungen am Angebot können eine Rolle spielen. Händler wechseln, Produkte werden aus dem Sortiment genommen, Varianten verschwinden oder eine ursprünglich gespeicherte Produktseite wird verändert. In solchen Fällen kann die Darstellung eines gespeicherten Artikels anders aussehen als beim ersten Besuch. Das bedeutet nicht automatisch, dass Ihre Liste beschädigt ist.
Ein weiterer Punkt wird gerne übersehen: Amazon-Listen gehören zum jeweiligen Benutzerkonto. Wenn Sie beispielsweise in der App mit einem anderen Amazon-Konto angemeldet sind als im Browser, erscheinen Ihre gespeicherten Listen nicht zwangsläufig so, wie Sie es erwarten. Das passiert schneller, als man denkt, etwa wenn mehrere Personen dasselbe Smartphone benutzen oder man nach einem App-Update neu angemeldet wurde.
Merkliste, Wunschliste und „Für später“ sind nicht dasselbe
Wenn Sie Amazon regelmäßig nutzen, lohnt es sich, diese Funktionen gedanklich auseinanderzuhalten. Eine Wunschliste ist im Grunde eine Sammlung von Produkten, die Sie behalten möchten. Sie können solche Listen thematisch organisieren und bei Bedarf mit anderen teilen. Für eine langfristige Sammlung ist das wesentlich sinnvoller als der Warenkorb.
Der Warenkorb ist dagegen für einen konkreteren Kaufvorgang gedacht. Wenn Sie einen Artikel dort behalten, kann sich beispielsweise der Preis verändern oder die Verfügbarkeit ändern. Für Produkte, die Sie vielleicht erst in einigen Wochen kaufen möchten, ist eine Liste daher meist übersichtlicher.
Die Funktion zum Zurücklegen von Artikeln für einen späteren Kauf ist wiederum etwas anderes. Sie hängt mit dem Warenkorb zusammen und eignet sich vor allem dann, wenn Sie den Artikel grundsätzlich kaufen möchten, aber eben nicht jetzt. Wer diese Unterscheidung einmal verstanden hat, findet seine gespeicherten Produkte deutlich schneller.
| Funktion | Geeignet für |
|---|---|
| Wunschliste | Produkte langfristig sammeln und organisieren |
| Warenkorb | Artikel für einen konkreten Einkauf |
| Für später zurückgelegte Artikel | Produkte aus dem Warenkorb vorübergehend aufbewahren |
So legen Sie eine übersichtliche Amazon-Liste an
Wer häufiger bei Amazon einkauft, profitiert davon, nicht alles in einer einzigen Liste zu sammeln. Eine Liste mit fünfzig völlig unterschiedlichen Produkten ist nach kurzer Zeit kaum noch hilfreich. Ich finde thematische Listen deutlich praktischer: etwa „PC-Zubehör“, „Werkstatt“, „Bücher“ oder „Geschenke“.
Beim Speichern eines Produkts können Sie in der Regel auswählen, welcher Liste es hinzugefügt werden soll. Der Vorteil zeigt sich erst später. Wenn Sie nach einem Monat wissen möchten, welches USB-C-Zubehör Sie sich einmal angesehen haben, müssen Sie nicht zwischen Küchenartikeln, Büchern und Kleidung suchen.
Außerdem sollte man Listen nicht als Preisarchiv betrachten. Ein gespeicherter Artikel ist keine Garantie dafür, dass der damalige Preis erhalten bleibt. Gerade bei Amazon können Preise schwanken, weil verschiedene Händler beteiligt sind und Angebote zeitlich begrenzt sein können. Vor dem Kauf schaue ich deshalb immer noch einmal auf den aktuellen Preis und darauf, wer den Artikel tatsächlich anbietet.
Artikel aus der Merkliste entfernen oder verschieben
Das Verwalten einer Liste funktioniert grundsätzlich ähnlich wie das Hinzufügen. Öffnen Sie die betreffende Liste und suchen Sie den Artikel. Dort stehen je nach aktueller Oberfläche Optionen zur Verfügung, mit denen Sie das Produkt entfernen oder in eine andere Liste verschieben können.
Wenn eine Liste über längere Zeit wächst, würde ich sie gelegentlich aufräumen. Das klingt banal, macht aber einen spürbaren Unterschied. Produkte, die man vor einem Jahr interessant fand, sind nicht automatisch noch relevant. Manche sind inzwischen durch ein neueres Modell ersetzt worden, andere werden gar nicht mehr benötigt.
Bei technischen Produkten ist dieser Punkt besonders wichtig. Ein gespeicherter Monitor, eine SSD oder ein Router kann nach einigen Monaten bereits durch eine neue Generation überholt sein. Die Merkliste sollte deshalb eher eine Arbeitsfläche als ein digitales Lager sein.
Wenn Sie die Merkliste trotz allem nicht finden
Dann würde ich die Suche in einer festen Reihenfolge angehen. Prüfen Sie zunächst, ob Sie im richtigen Amazon-Konto angemeldet sind. Danach öffnen Sie Ihre Listen und sehen nach, ob der Artikel dort auftaucht. Wenn nicht, prüfen Sie den Warenkorb und den Bereich mit für später zurückgelegten Artikeln.
Hilft auch das nicht, suchen Sie das Produkt noch einmal über die Amazon-Suche. Öffnen Sie die Produktseite und schauen Sie nach, ob dort eine Option zum Hinzufügen zu einer Liste vorhanden ist. Damit lässt sich häufig schnell feststellen, ob Sie den Artikel ursprünglich tatsächlich in einer Liste gespeichert hatten.
Bei Problemen mit der App kann außerdem ein Blick auf die Webversion helfen. Die Oberfläche unterscheidet sich zwar, aber genau das kann bei der Fehlersuche nützlich sein. Wenn eine Liste im Browser vorhanden ist, aber in der App nicht angezeigt wird, spricht das eher für ein Darstellungs- oder Anmeldeproblem als dafür, dass die Liste verschwunden ist.
Eine kleine Gewohnheit spart später erstaunlich viel Sucherei
Für mich hat sich eine einfache Regel bewährt: Alles, was ich nur interessant finde, kommt nicht sofort in den Warenkorb. Dinge, die ich vielleicht später kaufen möchte, landen in einer passenden Liste. Der Warenkorb bleibt dadurch für tatsächliche Kaufentscheidungen reserviert.
Das klingt nach einer Kleinigkeit, verhindert aber genau das typische Amazon-Chaos aus zwanzig Produkten im Warenkorb, mehreren halb vergessenen Artikeln und der anschließenden Frage, wo man ein bestimmtes Produkt eigentlich gespeichert hatte.
Die wichtigste Erkenntnis bei der Amazon-Merkliste ist deshalb weniger ein bestimmter Menüpunkt als das Verständnis dafür, welche Speicherfunktion Sie beim jeweiligen Artikel verwendet haben. Sobald Wunschliste, Warenkorb und später zurückgelegte Artikel nicht mehr miteinander vermischt werden, wird die Suche wesentlich einfacher.
Und vielleicht ist das auch der angenehmere Umgang mit solchen Listen: Sie müssen nicht perfekt gepflegt sein. Sie sollen Ihnen später Arbeit abnehmen. Wenn eine Liste nach einigen Monaten immer noch dabei hilft, eine Kaufentscheidung wieder aufzunehmen, hat sie ihren Zweck erfüllt. Wenn man dagegen erst suchen muss, wo man etwas gespeichert hat, ist meistens nicht der Artikel das Problem – sondern die Struktur dahinter.
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